Butterfly
Gratis bloggen bei
myblog.de

Design Host

Startseite Gästebuch Über... Kontakt
My Stories Fründz Evanescence Linkz
Bitte wach auf!

Wie lange sitze ich jetzt schon an deinem Bett?

Ich weiß es nicht genau, schon Wochen!

Ich streiche dir eine Haarsträne zurück. Wenn ich dein bleiches Gesicht sehe, dann kommt es mir immer noch so vor, als hätten wie dich gerade erst in den Krankenflügel gebracht.

~Flashback~

Wir haben uns mal wieder heimlich auf dem Astronomieturm getroffen. Jetzt sitzen wie hier und sehen uns nur an, das reicht.

Sanft legst du deine Hand auf meinen Nacken, ziehst meinen Kopf zu dir hin. Unsere Gesichter berühren sich fast. Ich kann dir direkt in deine wunderschönen smaragdgrünen Augen sehen, deinen betörenden Duft riechen – ein bisschen exotisch, würzig.

Ich fahre durch deine kohlrabenschwarzen Haare und bringe sie – und mich selbst – damit noch etwas mehr durcheinander.

Dann legen sich deine Lippen auf meine, sie sind so weich, fast schon unnatürlich. Ich spüre, wie die Schmetterlinge in meinem Bauch anfangen verrückt zu spielen. Mit einem leichten Druck in meinem Nacken ziehst du mich noch näher zu dir, unser Kuss wird tiefer, leidenschaftlicher.

Ich öffne leicht meinen Mund und fahre dann sanft mit der Zungenspitze über deine Lippen, bettele fast um Einlass. Du gewährst ihn mir. Schon beginnt meine Zunge deinen Mund zu erkunden, wieder einmal für sich zu erobern. Obwohl wir doch schon lange zusammen sind, finde ich immer wieder etwas neues in deinem Mund vor, ein neuer Geschmack, eine winzige Ecke, die ich noch nicht erforscht habe...

Plötzlich durchfährt ein entsetzlicher Schmerz meinen rechten Arm und ich löste mich aufkeuchend und mir die bewusste Stelle haltend aus unserem Kuss.

„Mist, ich muss los! Der dunkle Lord ruft uns.“

„Ich mag es nicht, wenn du dorthin gehst“, du klingst enttäuscht.

„Ich auch nicht, aber ich will auch nicht morgen tot in der Gosse liegen, also gehe ich und mime den braven Sohn und Todesser.“
„Ich weiß! Aber gefallen tut es mir trotzdem nicht! Wenn dir irgendetwas passieren würde...“

„Mir passiert schon nichts! Und falls ich doch nicht zurückkomme... Ich liebe dich!“

Damit verschwinde ich aus dem Zimmer, renne den Korridor hinunter, steige mehrere Treppen hinab, stürme aus dem Hauptportal und verlasse schließlich das Gelände der Schule, um zu ihm zu apparieren. Dabei gehen mir deine letzten Worte nicht mehr aus dem Kopf: ‚Ich liebe dich auch!’

***

Ich kann es immer noch nicht wirklich fassen, wir greifen tatsächlich Hogwarts an! Das muss doch schon lange geplant gewesen sein. Warum hat mir keiner was gesagt, noch nicht einmal mein Vater! Vertrauen sie mir nicht mehr? Habe ich mich irgendwie verraten? Nein, dann wäre ich jetzt nicht hier! Dann läge ich jetzt mit dem Gesicht nach unten irgendwo im Dreck.

Mehr Zeit zum Nachdenken bleibt mir nicht. Wir haben das Portal erreicht. Avery stößt es auf und hält es für den dunklen Lord. Ein Schrei dringt von drinnen zu uns heraus. Langsam drängt sich die Todessermenge durch das Portal.

Dann geht auf einmal alles ganz schnell, der dunkle Lord spricht den ersten Fluch und sofort beeilen sich seine Schoßhunde es ihm gleich zu tun. In dem Durcheinander der gesprochenen Flüche und dem Geschrei der Schüler fällt es Gott sei Dank keinem auf, wie ich ein kleines, verängstigt aussehendes Mädchen in eine Wandnische stoße und mit einem Unsichtbarkeitszauber belege.

„Bleib hier und rühr dich nicht, sonst werden sie dich töten!“

Das kleine Ding nickt nur leicht und sieht mich total verständnislos an.

Egal. Schnell schnappe ich mir das nächste Kind und manövriere es in die nächste Nische. So was nennt man wohl Schadensbegrenzung. Schließlich können diese Kinder nichts dafür, was hier passiert.

Verdammt, irgendjemand muss doch Dumbledore alarmieren! Warum verschwenden alle Zeit und Energie, indem sie hier kopflos herum rennen und kreischen? Dann geht es mir auf: Sie haben zu viel Angst! Da ich wohl der einzige noch vernünftig denkende Mensch hier bin, muss ich wohl was unternehmen.

Möglichst unauffällig verschwinde ich aus der Eingangshalle in einen Seitengang. Zu Dumbledores Büro. Dass nur die Todesser nicht bemerken, dass ich fehle!

Da höre ich hinter mir ein Kreischen. Ich fahre herum.

Longbottom!

Schnell ziehe ich mir die Maske vom Gesicht.

„Halt die Klappe! Ich bin auf eurer Seite!“

Zu mehr bleibt jetzt echt keine Zeit, ich muss Dumbledore finden.

„Wieso sollte ich dir trauen?“ Mein Gott, Longbottom läuft doch tatsächlich hinter mir her!

„Vielleicht, weil Harry es auch tut?“

Damit hat er nicht gerechnet, das kann man ihm ansehen.

„Har... Harry vertraut dir?“, fragt er verblüfft.

„Exakt! Sag mal, hast du eine Ahnung, wo Dumbledore ist? Er muss Bescheid wissen, was da vor sich geht! Und wenn ich zu lange brauche, dann merken die da unten womöglich, dass ich fehle!“

„Okay, ich such ihn! Geh du zurück!“

Hä, was ist denn jetzt mit Longbottom passiert? Warum will der mir helfen? Hat er vielleicht tatsächlich seinen Gryffindormut gefunden?

Meine Verwirrung ist mir wohl anzusehen, denn er fügt noch hinzu: „Wenn Harry dir wirklich vertraut, dann werde ich es auch tun, aber wenn du gelogen hast, dann wirst du deine Abreibung seitens Dumbledore allzu schnell bekommen!“

Vor Erleichterung fange ich an zu grinsen: „Okay und... danke!“

Dann drehe ich mich um und renne den Gang zurück zur Eingangshalle, während ich mir die Maske wieder über das Gesicht.

Bei dem Bild, dass sich mir zeigt, dreht sich mir der Magen um. Überall tote, grotesk verrenkte Körper, Blut, schreiende Menschen! Ich taumle leicht.

Nein, ich muss mich jetzt zusammen reißen, ich muss Schlimmeres verhindern.

Die Todesser machen sich bereit, weiter in das Gebäude vor zu dringen. Schnell reihe ich mich wieder hinten ein.

Der dunkle Lord geht mir wehendem Umhang voran, tritt ohne darauf zu achten auf die Toten. Es ist kaum auszuhalten, die Knochen unter seinen Schritten brechen zu hören.

Plötzlich bleibt er stehen. Die restlichen Todesser, einschließlich mir, schieben sich hinter ihm in den Raum.

Oh nein, alles nur das nicht! Ich sehe dich, wie du mit Weasley und Granger an der gegenüberliegenden Wand stehst.

„Hallo, Harry!“, höre ich die Stimme des dunklen Lords wie durch Nebel zischen.

Du starrst ihn nur mit weit aufgerissenen Augen an. Ich habe sie noch nie so voller Angst gesehen. Seltsamerweise lässt es sie nur noch heller strahlen.

„Meine getreuen Todesser, nehmt eure Masken ab. Wir wollen doch, dass unser kleiner Held weiß, wer bei seinem Tod dabei ist!“

Wie in einem Traum, nein einem Albtraum, hebe ich meine Hand, genau wie die anderen Todesser und ziehe mir die Maske vom Gesicht.

Dann sehe ich zu dir hin. Deine Augen haben sich auf mich gerichtet. Sie schauen mich ungläubig an. Ich versuche dir mir meinem Blick zu sagen, dass ich das nicht freiwillig tue. Dass ich gezwungen wurde. Dass ich dich nie verraten könnte. Dass ich dich liebe.

Dein Blick wird weicher und du scheinst endlich aus deiner Starre zu erwachen.

Deine Augen richten sich jetzt auf den dunklen Lord. Dein Blick wird hart und kalt.
„Was, du nimmst wirklich an, Hogwarts mit diesen erbärmlichen Gestalten einem zu können, Tom? Du enttäuschst mich, ich hätte mehr Kreativität von dir erwartet!“, ein leicht abfälliges Lächeln zeigt sich auf deinem Gesicht. Du bist wieder vollkommen in deine Heldenrolle zurückgefallen.

„Oh, werd’ hier bloß nicht unverschämt, Potter!“

„Was hab ich noch zu verlieren? Meine Eltern hast du umgebracht, meinen Paten, den Menschen, der einem Vater für mich am nächsten kam, hat Bellatrix freundlicher für dich aus dem Weg geräumt. Ich musste zusehen, wie Cedric stirbt. Was kannst du mir noch antun? Egal, was kommt, das schlimmste habe ich schon hinter mir.“

Du kannst echt gut schauspielern.

„Sicher, wie wäre es denn, wenn du dabei zuschauen müsstest, wie ich deine kleinen Freunde töte?“

Für einen kurzen Augenblick entgleisen deine Gesichtszüge, dann hast du dich wieder unter Kontrolle.

„Und du glaubst, das schaffst du?“

„Nun, wir sind in der Überzahl...“

„Ach, du brauchst erst einen ganzen Pulk Todesser hinter dir, um drei Teenager zu töten? Was für eine große Leistung!“

Verdammt, Harry, wieso reizt du ihn auch noch?

„Tja, dann werde ich dir wohl beweisen müssen, dass ich sehr wohl dazu in der Lage bin Teenager zu töten. Avada Kedavra!“

Sein Zauberstab ist auf Granger gerichtet, doch du trittst dazwischen. NEIN!!! Du siehst mich an: „Jetzt komme ich wohl nicht mehr wieder!“ Dann brichst du zusammen.

„NEIN!“, höre ich jemanden schreien. Erst danach bemerke ich, dass ich es war, der geschrieen hat. Ich stehe auch nicht mehr zwischen den anderen Todessern, sondern knie neben Harry auf dem Boden. Ich fange an zu schluchzen und Tränen laufen mir über das Gesicht.

Warum? Warum nur? Warum musstest du Voldemort so sehr reizen? Warum musstest du Granger retten? Warum hast du mir das angetan? Wie soll ich jetzt ohne dich leben? Verdammt, Harry, ich liebe dich doch!

Doch wenn Voldemort sich nicht von dir reizen lassen, wenn er nicht versucht hätte, dich zu verletzten, indem er Granger tötet, dann würdest du noch leben!

Immer noch mit tränenverschleiertem Blick drehe ich mich zu Voldemort um. Wie ist der Zauberstab in meine Hand gekommen? Und wie schaffe ich es ihn auf ihn zu richten? „Avada Kedavra!“, war tatsächlich ich das? Und bricht er jetzt wirklich mit geschocktem Gesichtsausdruck tot zusammen?

Egal, es ist alles egal! Denn du bist tot!

Wieder gehe ich in die Knie. Du bist tot! Alles was ich je gewollt habe, meine ganze Welt, ist zusammen gebrochen!

Schluchzend ziehe ich deinen toten Körper in meine Arme.

Hinter mir entbrennt ein Aufruhr, aber es interessiert mich nicht, sollen sie mich doch töten, dann wäre ich wenigstens wieder bei dir!

Plötzlich reist mich eine ruhige Stimme aus meinen Gedanken: „Beruhigen Sie sich, Mr. Malfoy, es ist nicht mehr zu ändern und ihre Mitschüler brauchen Sie jetzt, schließlich habe Sie ihnen das Leben gerettet. Harry hat seines dafür geopfert, er wusste genau, was er tat, glauben Sie mir.“

Dumbledore! Er hockt hier neben mir auf dem Fußboden und versucht offenbar mich zu beruhigen.

Doch wie soll ich mich beruhigen? Du bist tot! Ich blicke auf dein Gesicht in meinen Armen hinab, dieses Gesicht, das ich so verzweifelt und über alles liebe, genauso wie alles an dir.

In diesem Moment fällt mir etwas auf. Vorsichtig beuge ich mich zu dir hinab. Und tatsächlich, als ich deinen Lippen schon ganz nah gekommen bin, spüre ich einen leichten Luftzug.

„Er lebt!“, unterbreche ich Dumbledores Ausführungen.

„Was?“, fragt Granger verwirrt.
„Er atmet! Harry lebt!“, schrie ich über alle Maßen glücklich und fiel ihr um den Hals.

Einen Augenblick starrt sie mich nur entsetzt an – kein Wunder, mein Verhalten ist ja wirklich nicht gerade malfoylike – dann realisiert sie, was ich überhaupt gesagt habe und umarmt mich ebenfalls und weint Freudentränen an meine Schulter.

Auch ich weine – immer noch, doch jetzt aus einem viel wunderbarerem Grund!

„Wollen Sie sich weiter wie menschliche Rasensprenger aufführen oder werden Sie mich begleiten, wenn ich Harry in den Krankenflügel bringe?“, dringt Dumbledores Stimme durch meinen Freudentaumel zu mir durch.

„Klar!“, meine ich und lasse verlegen Granger los.

Die scheint genauso verlegen, wie ich, und ihr fällt offenbar nichts besseres ein, als das mit ihrer üblichen Besserwisserei zu überspielen: „Das war eine Alternativfrage, die kann man nicht mit Ja oder Nein beantworten!“

„Hab ich ja auch nicht, falls es dir nicht aufgefallen ist, ich habe ‚Klar!’ gesagt!“

„Schon aber in unserem Sprachraum wird ‚Klar’ von der allgemeinen Bedeutung her mir ‚Ja’ gleichgesetzt...“

„Ja, ja, du hast Recht, wenn es das ist was du hören willst!“

Mir reichte es langsam doch, ich wollte bei dir sein und mich nicht mit Granger streiten.

Also brachten Dumbledore, Weasley, Granger und ich dich durch die verwüsteten Korridore in den Krankenflügel, damit Madame Pomfrey dich flickte.

~Flashback Ende~

Und seitdem sitze ich an deinem Bett und frage mich, ob du jemals wieder wach werden wirst.

Madame Pomfrey meinte zwar, dass du wahrscheinlich nur eine Zeit brauchen würdest, um dich zu erholen, und dann von alleine aufwachen würdest. Aber langsam fange ich an, daran zu zweifeln, mit jedem Tag, jeder Stunde, die verstreicht, wirkst du elender, schmaler, dem Tod ein bisschen näher. Du bist abgemagert, denn Madame Pomfrey ist es einfach nicht gelungen, dir etwas zu essen einzuflößen.

Ich habe Angst, Angst, dass du nicht mehr aufwachst, dass ich ohne dich leben muss, dass ich dich nie wieder küssen darf, dass ich nie wieder dein Lachen höre.

Tränen laufen mir über das Gesicht. Seltsam, ich dachte ich hätte schon längst keine mehr.

„Nicht weinen!“, höre ich plötzlich eine brüchige Stimme.

Erstaunt blicke ich mich um, außer dir und mir ist niemand im Krankenflügel. Moment mal: Außer DIR... Schnell blicke ich auf das Bett vor mir.

„HARRY!“

Du verziehst das Gesicht: „Nicht so laut!“

„Tschuldigung!“, flüstere ich, „aber du bist wach, deshalb habe ich mich so gefreut!“

Du lächelst schwach.

Oh, wie habe ich mich nach diesem Lächeln gesehnt, wie habe ich es vermisst. Ja, jetzt wird alles wieder gut!

„Ich wollte dich noch einmal wieder sehen.“

„Was...?“

Sanft legst du einen Finger auf meine Lippen.

„Sch, Draco. Ich ... Ich wollte dir nur noch einmal sagen: Ich liebe dich!“

Und mit diesen Worten fällt dein Arm kraftlos herab, deine Augen schließen sich und diesmal weiß ich, es ist für immer. Du bist gegangen.

„NEIN!“