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Jahrestag

Heute ist der 16. Februar.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das, was ich am 16. Februar letzten Jahres über dich erfahren habe, je erfahren wollte. Doch heute könnte mich nichts glücklicher machen!

~ Flashback ~

Alle waren tot, auf deiner, wie auf meiner Seite. Wir waren die letzten Überlebenden, dieses langen und erbitterten Krieges. Und dennoch schien es unser Schicksal, den anderen zu töten.

Doch irgendetwas hinderte dich daran sofort zuzuschlagen, als du mich neben der Leiche meiner besten Freundin, Hermine, kniend vorfandest.

„Wirst du sie vermissen?“

Ich war erstaunt ob dieser Frage, doch meine Antwort viel umso deutlicher aus: „Ja, natürlich! Was interessiert dich das? Bring mich doch gleich um, dann haben wir es hinter uns!“

„Naja, ich dachte, vielleicht würde es dich interessieren, dass ich das alles nur mache, weil ich jemanden vermisse. Jemanden, der mir mehr bedeutet hat, als alles andere. Jemanden, dem ich mein Herz schenkte.“

„Du hast ein Herz?“ Das wunderte mich wirklich.

„Ja, ob du es glaubst oder nicht.“ Du lachtest. Nicht kalt, wie sonst, sondern leise und zittrig. Fast schwach, doch gerade dadurch wieder stark. Es schien, als könntest du endlich deine Maske ablegen.

„Ja, ich habe ein Herz. Ein gebrochenes Herz. Deshalb habe ich das alles getan. Deshalb habe ich so viele Menschen getötet. Deshalb habe ich versucht, dich und alle Menschen um dich herum, glückliche Menschen, glücklich, wie ich es nie wieder sein werde, zu quälen. Ich konnte es nicht ertragen, euch so glücklich, so voller Liebe zu sehen. Denn ich würde mich nie wieder verlieben können, weil er damals, als er ging, mein Herz mit sich nahm.“

„Er?“

„Ja, er. Was ist? Bist du erstaunt, dass ich schwul bin? Denkst du, Schwarzmagier müssen alle einem bestimmten Muster folgen? Müssen alle reich, hochnäsig und hetero sein? Falls es so ist, bin ich jedenfalls ganz schön aus diesem Muster rausgefallen. Und da bin ich nicht der Einzige! Sieh dir Lucius an...“ Du stocktest, anscheinend den Tränen nahe.

„Ich...“ Ich wusste nicht, was ich darauf erwidern sollte... Dass ich eigentlich noch keinerlei Erfahrung mit solchen Dingen hatte? Dass ich immer zu beschäftigt damit gewesen war, der perfekte Held zu sein, um mich emotional und auch sexuell weiter zu entwickeln? Dass so ziemlich jeder Junge in meinem Alter mehr Ahnung von so was hatte?

Nein, das ging ihn nichts an! Das war meine Sache!

„Das wäre nicht der einzige Aspekt, in dem du ... außergewöhnlich bist.“

Leise seufzend setztest du dich neben mir auf den von Asche grau verfärbten Boden.

„So kann man es auch sagen. Ja, vielleicht bin ich außergewöhnlich. Aber auf jeden Fall bin ich einsam. Wie gesagt, ich habe nie die Hoffnung gehegt, dass ich mich je wieder verlieben könnte...“

In diesem Moment tatest du mir einfach nur Leid. Nein, es war mehr, als das. Ich fühlte mich aus irgendeinem Grund für dich verantwortlich. Wollte dich trösten. Wollte dir zeigen, wie es ist geliebt zu werden.

In mir hatte sich etwas verändert. Ich hatte aufgehört, über das was passierte nachzudenken, mir den Kopf über die Folgen zu zerbrechen. Ich ließ mich von meinen Gefühlen leiten, die ich vielleicht schon immer in mir gehegt hatte.

Und aus diesem Impuls heraus tat ich etwas, was ich nie erwartet hätte zu tun, was ich sicher vorher nie tun wollte, ich nahm dich in den Arm.

Zuerst saßt du nur stocksteif da, dann begannst du dich zu entspannen. Und mit dieser Entspannung kamen die Tränen. Du weintest dich an meiner Schulter aus. Wenn uns jemand in diesem Moment gesehen hätte, hätte er uns wohl für verrückt gehalten. Ein erwachsener Mann, der sich an einem siebzehnjährigen Jungen festklammerte, als ob er der letzte Anker zur Realität wäre... Doch es schien richtig zu sein, so wie es jetzt in diesem Moment war.

Immer noch unter Tränen sprachst du weiter. Ich konnte deine an meine Schulter gemurmelten Worte kaum verstehen.

„Doch ich hatte mich geirrt. Ich habe mich wieder verliebt. Und das war ein weiterer Grund, warum ich immer wieder versucht habe dich zu vernichten. Es durfte einfach nicht sein. Es hätte nicht zu unseren Rollen, die wir in dieser Welt zu spielen haben, gepasst. Denn ich hatte mich in dich – meinen Todfeind – verliebt!“

Einen Moment wusste ich nicht, was ich tun sollte. Ich saß wie erstarrt da. Doch dann handelte ich ohne groß nachzudenken, aus einem Gefühl raus.

Ich zog dich noch ein bisschen enger an mich und flüsterte: „Diese Welt, in die wir nicht gepasst hätten, gibt es nicht mehr. Sie ist mit dem Krieg untergegangen.“

Du sahst mir erstaunt ins Gesicht. In deinen Augen spiegelte sich die Hoffnung auf ein unerwartetes Leben zu zweit wieder.

„Heißt das...?“ Deine Stimme klang heiser.

„Ja, das heißt es: Ich liebe dich, Tom!“

Ein Lächeln breitete sich auf deinem Gesicht aus. Du zogst mich noch etwas zu dir hin.

Dann küssten wir uns zum ersten Mal.

~ Flashback Ende ~

Das alles ist heute ein Jahr her. Das schönste Jahr meines Lebens.

Ich war noch nie so glücklich, wie ich es mit dir bin. Und auch dir scheint unsere Beziehung gut zu tun, es fällt dir schon viel leichter, dich manchmal einfach treiben zu lassen, nicht immer alles durchzuplanen, deinen Gefühlen einfach freien Lauf zu lassen. Du versteckst dich nicht mehr hinter einer Maske der Kälte. Genauso wenig, wie ich.

Den großen, ruhmreichen Helden Harry Potter gibt es nicht mehr. Auch der furchteinflößende, kalte Lord Voldemort ist verschwunden.

Es gibt nur noch Harry und Tom, die sich über alles lieben.